Summoner 2

Genre: Rollenspiel
Entwickler: Volition Incorporated
Sprache: deutsch
Format: DVD - November 2002

Die Story:
Als Joseph in der Schmiede von Urath seiner Bestimmung folgte, wurde in Galdyr Prinzessin Maia geboren. In ihr sollte sich die Prophezeiung erfüllen, galt sie doch als wiedergeborene Göttin Laharah.
20 Jahre später ist Maia mit einem Schiff unterwegs Richtung Teomura, um ein gestohlenes Buch wieder zu finden, als sie von Piraten überfallen wird. Königliche Hoheit sind aber alles andere als ein blaublütiges Weichei und wissen sich ihrer Haut zu wehren. Ohne einen Kratzer erreicht die kleine Reisegruppe die Insel und das Versteck des Piratenanführers Neru. Von ihm erfährt Maia die Namen der Hintermänner des Diebstahls und verstrickt sich mehr und mehr in die Wiedersprüchlichkeit der eigenen Prophezeiung. Von den politischen Auseinandersetzungen mit dem Erzrivalen Medeva ganz zu schweigen. Aber was vorherbestimmt ist, kann der Mensch nicht ändern, auch, wenn man selbst eine Göttin verkörpert.

Gameplay:
Echtzeitrollenspiel, in dem ihr drei Kämpfer aus insgesamt acht Charakteren bestimmen könnt. Allerdings wird sehr oft die Zusammensetzung der Party vom Geschehen festgelegt. Nicht selten müsst ihr auch ganz allein euren Weg durch die Gegnermassen finden. Seid ihr im Team, könnt ihr jederzeit zwischen den Streitern hin und her switchen. Die nicht kontrollierten Kameraden halten sich währenddessen treu an ein von euch zugewiesenes Verhaltensmuster. Im Kampf erbeutet ihr neben nützlichen Items, Waffen und Ausrüstungsgegenständen auch Fertigkeitenpunkte, die ihr zum Aufbessern eurer magischen und technischen Fähigkeiten verwenden könnt. Die überaus zahlreichen Quests ergeben sich aus der Story heraus und können im Menü nachgelesen werden. Ihr bewegt euch sprungartig auf der Weltkarte von Einsatzgebiet zu Einsatzgebiet. In den Dungeons selbst könnt ihr einer detaillierten Kartenfunktion vertrauen. Speichern ist nahezu überall im Spiel möglich.

Grafik:
Optisch ohne Makel. Die Animationen wirken sehr lebensecht, die grafischen Effekte überzeugen, die Lokalitäten sind abwechslungsreich und hübsch anzuschauen. Zum Vorgänger gibt es in allen Bereichen deutliche Verbesserungen. Das ist im Rollenspielsektor gehobenes Mittelmaß - und das nehmen wir gern so an.

Atmosphäre:
Die Welt hat sich verändert. Vom mittelalterlichen Ambiente des ersten Teils geratet ihr in ein fantasievolles, buntes Universum, das ein wenig Eingewöhnung erfordert. Man hat deutlich an Text zurückgenommen und dafür mehr auf Aktion gesetzt. Obwohl das Geschehen jetzt zur anderen Seite hinübergewechselt ist, werdet ihr trotzdem das ein oder andere bekannte Gesicht wieder sehen. So wird Yago auch einer der steuerbaren Charaktere sein (im äußerst witzigen Abspann verrät er jedoch, dass er für einen dritten Teil nicht mehr zur Verfügung stünde).

Meinung:
Schönes Rollenspiel westlicher Prägung, das ein wenig mehr in Richtung Fantasy wandelt. Alles wirkt bunter, freier, beweglicher. Die starre irdische Ausrichtung des Vorgängers vermisst man hier. Kann man sehen, wie man will - ich fand die andere Welt einen Tick gelungener. Dank der Verknüpfungen zu Josephs Abenteuer und der überaus spannenden Story ein Erlebnis, das sich kein Rollenspieler entgehen lassen sollte. Unbedingt aber mit Teil Eins beginnen.

Ein Tipp am Rande:
Widmet euch, so ihr den Palast in Halassar betretet, immer auch den Verpflichtungen, die auf euren königlichen Schultern lasten. Das politische Tagesgeschäft verschafft euch neben reichlich Erfahrung auch den ein oder anderen nützlichen Gegenstand. Außerdem werdet ihr nur so ein Wiedersehen mit Flece feiern können.